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Die fünf Säulen der Traditionellen Chinesischen Medizin sind:
Akupunktur
Kräuter, chinesische Arzneimittel
Tui Na (Massage)
Diätetik
Qi Gong
 
Indikation nach WHO, Beispiele Akupunktur
 
Anmerkungen zum Kanton Aargau
 
 
Akupunktur
 
Akupunktur ist die bekannteste Methode der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Dabei werden mit Hilfe von feinen, sterilen Einwegnadeln spezifische Punkte gestochen, um so eine Störung im Energiefluss auszugleichen. Wenn Qi wieder frei fliessen kann und die Energien ausgeglichen, sind so fühlen wir uns gesund.
Ziel der Akupunktur ist es, dem Körper die Möglichkeit der Selbstheilung zu geben. ähnliche oder auf der Akupunktur aufbauende Methoden sind:
 
Elektroakupunktur
Die gesetzen Nadeln können noch zusätzlich mit einem Stromimpuls stimuliert werden und so eine verstärkte Wirkung erhalten.
 
Moxibustion (Moxa)
Hierbei wird getrocknetes Beifusskraut über einem bestimmten Akupunkturpunkt oder entlang einer Leitbahn abgebrannt. Durch die Wärme und das Kraut werden Blut, Qi und Yang aktiviert, das Immunsystem wird gestärkt und Schmerzen und Entzündungen können gelindert werden.
 
Ohrakupunktur
ähnlich wie die Reflexzonen am Fuss ist es mit dem Ohr. Der ganze Körper ist im Ohr wieder zu finden und von dort aus auch behandelbar.
 
Siehe auch: Indikation nach WHO, Beispiele Akupunktur.

 
 
Kräuter, chinesische Arzneimittel
 
Pflanzliche, tierische und mineralische Substanzen werden in der TCM als Arzneien verwendet. Dabei handelt es sich nicht ausschliesslich um "exotische" Substanzen, sondern auch um bei uns gängige und in der Naturmedizin, verwendete Stoffe. Die Titulierung "chinesisches Heilmittel" deutet auf die typisch chinesische Klassifizierung nach Geschmack, Temperatur, Leitbahn und Wirkung hin.
 
Beispiel:
 
Der Rettichsamen, Lai Fu Zi, Semen Raphani
Geschmack/Temperatur:   scharf, süss, neutral
Leitbahn: Lunge, Magen, Milz
Wirkung: fördert die Verdauung, löst Nahrungsstagnationen, löst Schleim...
Indikation: Völlegefühl, Sauere Aufstossen, Halsentzündungen, Meteorismus...

 
 
Tui Na
 
Tui Na ist eine Massageform, die auf den Theorien der TCM, vor allem auf denen der Meridiane und Akupunkturpunkte, basiert.
Der Therapeut führt mit seinen Händen Grifftechniken und Manipulationen in unterschiedlicher Intensität und an verschiedenen Körperstellen aus. Je nach Diagnose werden entweder stärkende oder ableitende Techniken angewandt. Diese Massage eignet sich sowohl prophylaktisch zur Stärkung des Immunsystems sowie für alle schmerzenden Erkrankungen am Bewegungsapparat, bei inneren Erkrankungen (Kopfschmerzen, Migräne...) und bei neurologischen Erkrankungen (Paresen, Neuralgien).
Da Kinder unter 6 Jahren nicht mit Akupunktur behandelt werden ist Tui Na für alle Kinderbeschwerden die erste Wahl.
 
Schröpfen
Durch Hitze wird in einem Schröpfkegel ein Vakuum erzeugt. Dieser wird auf der Haut (v.a Rücken) platziert und verbleibt dort eine Weile. Dadurch werden pathogene Faktoren beseitigt (Anregung der Hautausscheidung) die Durchblutung wird gesteigert, die Körperenergien werden angeregt und der Stoffwechsel wird beschleunigt.
 
Gua Sha
Dabei wird die Haut mit einem Gegenstand wie z.B. Suppenlöffel, Deckel einer Dose, Münze oder - schon sehr elegant - mit einem speziellen Schaber aus geschliffenem Büffelhorn- mit schabenden, streichenden Bewegungen gereizt. Starke Rötungen und leichte Blutergüsse sind dabei erwünscht.
Dadurch werden pathogene Faktoren vertrieben, die Energie- und Blutzirkulation wird angeregt, Schmerzen werden gelindert, die Hautporen werden stabilisiert.

 
 
Diätetik
 
Der Mensch ist was er isst.

Gerade in der TCM spielt die Ernährung eine wichtige Rolle. Unsere Mahlzeiten können uns entweder in Balance halten (Gesundheit) oder unsere Balance stören (Krankheit). Bei uns im Westen wird vor allem auf eine Ernährung mit einer ausreichenden Versorgung an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen geachtet, in der TCM gelten wiederum die thermischen und geschmacklichen Eigenschaften der Nahrungsmittel als wichtig. Durch die Diätetik ist es jedem Patienten möglich, aktiv an der Verbesserung seines Wohlbefindens mitzuwirken.

 
 
Qi Gong
 
Seit Jahrtausenden wird Qi Gong in China zur Pflege der Gesundheit und der inneren Harmonie praktiziert. übersetzt bedeutet es so viel wie "Arbeiten mit der Lebensenergie".
Man lernt dabei den Fluss und die Verteilung des Qi in unserem Körper zu kontrollieren, um somit unsere Gesundheit zu stärken und zu einer ausgewogenen Beziehung zwischen Körper, Geist und Seele zu gelangen.
Qi Gong versteht sich als ganzheitliches System und beinhaltet Bewegung, Atmung und Meditation.
Durch die übungen wird der Körper entspannt, der Geist hellwach und die Seele findet den Weg in die Gelassenheit.

 
 
Indikation nach WHO, Beispiele Akupunktur
 
Folgend sind Beispiele von Indikationen aufgelistet, welche mittels Akupunktur behandelt werden können:
 
Akne
Akute bakterielle Dysenterie (Ruhr, Durchfall)
Akute Bronchitis
Akute Konjunktivitis (Augenbindehautentzündung)
Akute Rhinitis (Schnupfen)
Akute Sinusitis (Nasennebenhölenentzündung)
Akute Tonsilitis (Mandelentzündung)
Akute und chronische Colitis (Dickdarmentzündung)
Akute und chronische Gastritis (Magenschleimhautentzündung)
Akute und chronische Pharyngitis (Rachenentzündung)
Alkoholmissbrauch
Allergien aller Art
Allgemeine Erkältungskrankheiten
Anämie
Asthma bronchiale (Bronchialasthma)
Bluthochdruck
Chronisches Ulcus duodeni (Zwölffingerdarm-Geschwür)
Depressive Zustände
Diarrhö (Durchfall)
Drogenentzug
Dysmenorrhoe
Enuresis nocturna (Bettnässen)
Faszialisparese (Gesichtslähmung)
Fettleibigkeit/übergewicht
Gastroptose (Magensenkung)
Gingivitis (Mundschleimhautentzündung)
Heuschnupfen
Interkostalneuralgie
Ischialgie, Lumbalgie
Katarakt (grauer Star)
Hyperazidität des Magens (Magenübersäuerung)
Kopfschmerzen und Migräne
Lähmung nach Schlaganfall
Magengeschwür
Morbus Meniere (Drehschwindel, Ohrgeräusche)
Myopie (bei Kindern) (Kurzsichtigkeit)
Neurodermitis
Neurogene Blasendysfunktion (Blasenentleerungs-Störung)
Obstipation (Verstopfung)
ösophagus- und Kardiospasmen
Paralytischer Ileus (Darmverschluss)
Periarthritits humeroscapularis (Schultersteife)
Periphere Neuropathien (Nervenschmerzen)
Poliomyelitislähmung (Kinderlähmung)
Psychische Leiden
Rheumatoide Arthritis
Rückenschmerzen
Schlafstörungen
Schmerzen nach Zahnextraktion
Schulter-Arm-Syndrom
Schwangerschaft und Geburt
Sexual- und Fertilitätsstörungen
Singultus (Schluckauf)
Tennisellbogen
Trigeminusneuralgie
Zahnschmerzen
Zentrale Rentinitis (Netzhautentzündung)
etc...
 
Akupunktur eignet sich hervorragend als begleitende und unterstützende Therapie zu einer schulmedizinischen Behandlung.

 
 
Anmerkungen zum Kanton Aargau
 
Im Kanton Aargau gibt es einzig die Möglichkeit als Akupunkteurin (nicht Therapeutin für TCM) zu praktizieren. Massagen (Reflexzonen, Tui Na ...) werden nur prophylaktisch gestattet und dürfen nur am "gesunden" Menschen durchgeführt werden. Die chinesischen Kräuter (wie auch die Homöopathie) sind gänzlich untersagt (gilt für den Kanton AG) und werden von mir im oberen Text nur aufgeführt, um die TCM als Ganzes zu beschreiben.

 
 
 
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